Erfolgsgeschichten aus dem Jobcenter
Best Practice
Integration durch Qualifikation – Erfolgreicher Einstieg in den Beruf für geflüchtete Architektin (2024)
Eine Erfolgsgeschichte aus dem Hochsauerlandkreis: Der Weg von Maria Kraus zur technischen Zeichnerin im Ingenieurbüro Heuel und Schauerte in Meschede zeigt, wie gelungene Zusammenarbeit zwischen Jobcenter, Arbeitgeber und geflüchteter Fachkraft Integration möglich macht.
Nach ihrer Flucht aus der Ukraine im Jahr 2022 kam Maria Kraus gemeinsam mit ihrem Vater nach Deutschland. In ihrer Heimat hatte die heute 29-Jährige ein Architekturstudium absolviert und als Innenarchitektin gearbeitet. Um in Deutschland beruflich Fuß zu fassen, war zunächst der Erwerb der deutschen Sprache erforderlich – ein zentraler Schritt, den Frau Kraus mit großem Engagement verfolgte. Unterstützt durch das Jobcenter Meschede nahm sie erfolgreich an einem Integrationskurs sowie an einem berufsbezogenen Sprachkurs teil.
Basierend auf ihrem im Herkunftsland erworbenen Berufsabschluss konzentrierte sich die Arbeitsvermittlung des Jobcenters gezielt auf die berufliche Integration im technisch-planerischen Bereich. Die Vermittlung mündete in eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Mescheder Ingenieurbüro Heuel und Schauerte. Der Kontakt kam durch einen auf Social Media veröffentlichten anonymisierten Vermittlungsvorschlag zustande, in dem die Qualifikationen und beruflichen Zielvorstellungen von Frau Kraus vorgestellt wurden. Das Ingenieurbüro zeigte sich interessiert, nahm den Kontakt zum Jobcenter auf und lud die Bewerberin zu einem persönlichen Gespräch ein.
Im Anschluss absolvierte Frau Kraus ein Praktikum im Unternehmen, das sie parallel zum Sprachkurs nutzte, um ihre sprachlichen und fachlichen Kompetenzen weiter auszubauen. Die positive Entwicklung und die hohe fachliche sowie persönliche Passung führten im Mai 2024 zur Übernahme in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis als technische Zeichnerin.
Geschäftsführer Rene Krick betont:
„Wir verstehen es als unsere Verantwortung, Menschen in belastenden Lebenslagen empathisch zu begleiten. Ein wertschätzendes Onboarding mit Geduld, Offenheit und klarer Kommunikation schafft die Grundlage für eine langfristig erfolgreiche Zusammenarbeit – für beide Seiten. Die zunächst bestehende Sprachbarriere haben wir nicht als Hindernis, sondern als Lernchance wahrgenommen.“
Auch innerhalb des Teams wurde die neue Kollegin schnell integriert. Neben ihrem fachlichen Know-how überzeugte sie durch Eigeninitiative, Kreativität und Einsatzbereitschaft. Kollegin Petra Holtewert bringt es auf den Punkt:
„Frau Kraus weiß, was sie tut – und sie tut es mit großer Leidenschaft. Die Zusammenarbeit ist ein echter Gewinn.“
Für Frau Kraus selbst bedeutet der berufliche Neustart mehr als nur eine Anstellung:
„Ich empfinde meine Arbeit als große Bereicherung. Das gesamte Team hat mich herzlich aufgenommen und fachlich unterstützt – dafür bin ich sehr dankbar.“
Aus Sicht des Jobcenters ist dieses Beispiel ein Musterbeispiel gelungener Integration:
„Die passgenaue Vermittlung, die parallele Sprachförderung und die Offenheit des Arbeitgebers waren zentrale Erfolgsfaktoren“, so Nicole Ackermann vom Jobcenter Meschede, die den Prozess intensiv begleitet hat. „Dieses Zusammenspiel zeigt, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit zwischen Kundin, Arbeitgebenden und Jobcenter ist.“
Ein Appell an Unternehmen:
„Viele geflüchtete Menschen verfügen über fundierte Qualifikationen und den festen Willen, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, so Ackermann weiter. „Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die bereit sind, neue Wege zu gehen, können vom Potenzial dieser Menschen profitieren. Ein Anruf beim Jobcenter kann dabei der erste Schritt sein.“